Jass-News 
«Stöck, Wys, Stich» - was das bedeutet, können Kinder im Schulunterricht erfahren. Die Firma Trumpf-As AG und der Gossauer Eugen Krapf haben ein entsprechendes Projekt lanciert.
Tobias Granwehr
«Jassen ist Kopfsache und hält geistig fit», sagt Eugen Krapf. Als ehemaliger Schweizer- und amtierender Europameister im Jassen muss er es wissen. Ihm sei es darum wichtig, sein Wissen über das Jassen weiterzugeben, erzählt Krapf. Das kann er nun im grossen Stil. Die Schweizerische Jass-Organisation Trumpf-As hat in Zusammenarbeit mit Eugen Krapf ein Projekt ausgearbeitet, mit dem der Jass-Nachwuchs gefördert werden soll.
Die Idee für ein solches Projekt sei mehr oder weniger einem Zufall entsprungen, erklärt Krapf und ergänzt: «Die Tochter von Fabian Cadonau, Chef der Trumpf-As AG, habe ihren Lehrer und ihren Vater auf die Idee gebracht, den Schülerinnen und Schülern das Jassen näher zu bringen.» Diese Idee sei gut angekommen. Und wie kam es zum Kontakt mit Cadonau? «Ich arbeite schon lange mit Trumpf-As zusammen und organisiere auch Turniere für die Firma. Fabian Cadonau hat mich angefragt, ob ich den Nachwuchs schulen könnte», antwortet Krapf. Ein Versuch mit zwei Schulklassen in Graubünden sei erfolgreich verlaufen. «Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert. Danach hat sich Trumpf-As entschieden, daraus ein nationales Jass-Projekt zu machen», sagt Krapf.
Entstanden ist in der Folge die erste Schweizer Schulmeisterschaft im Jassen. Mitmachen können allerdings nur jene Schulklassen, die sich zuerst von Eugen Krapf schulen lassen. «Ich gehe bei den interessierten Schulklassen vorbei und bringe ihnen während vier Lektionen das Einmaleins des Jassens bei.» Mit einem Freund habe er dafür eine Power-Point-Präsentation ausgearbeitet. «Man muss die technischen Hilfsmittel, die einem heutzutage zur Verfügung stehen, ausnützen. Das macht den Unterricht für die Kinder viel attraktiver», begründet Krapf den Aufwand. Am Schluss des Unterrichts erhalte zudem jeder Schüler ein Dossier mit den wichtigsten Tipps und Regeln. Um an der Schülermeisterschaft erfolgreich zu sein, genüge es aber nicht, einmal vier Lektionen zu jassen, sagt Krapf. Die Schülerinnen und Schüler müssten weiter regelmässig üben. Damit die Lehrkräfte die Kinder bei ihrem Vorhaben, an der Schülermeisterschaft gut abzuschneiden, unterstützen könnten, organisiere er im Sommer ein viertägiges Jass-Seminar für Lehrerinnen und Lehrer im appenzellischen Walzenhausen.
Für die Organisatoren dieses Projekts stehe aber nicht nur der Spass am Jassen im Vordergrund, sagt Krapf. «Beim Versuch mit den Bündner Schulklassen ist mir aufgefallen, dass viele Kinder grosse Mühe mit Kopfrechnen haben.» Ein Ziel des Projekts sei auch die Förderung der Mathematik-Kenntnisse. Dies könne beim Jassen auf eine spielerische Art erreicht werden, bemerkt Krapf. Ausserdem werde auch die Kommunikation unter den Jungen gefördert, man komme beim Jassen ja zwangsläufig in Kontakt mit anderen Menschen, meint Krapf. Dass er als erfahrener und erfolgreicher Jasser bei den Kindern immer wieder bei Null anfangen müsse, mache ihm nichts aus. «Ich freue mich, wenn die Schülerinnen und Schüler Fortschritte erzielen.» Er sei erstaunt gewesen, mit wie viel Interesse die Kinder bei der Sache waren. «Jassen ist vielseitig und verlangt viel Aufmerksamkeit. Unkonzentriert sein liegt da nicht drin.»
1. Schul-Jassmeisterschaft
Jedes Schulhaus, das an der Jassmeisterschaft teilnehmen will, ist verpflichtet, den von Trumpf-As angebotenen Jasskurs zu absolvieren. Falls in einem Schulhaus mehrere Klassen teilnehmen, wird eine interne Ausscheidung gespielt. Danach folgt eine kantonale Ausscheidung. Die Sieger spielen gegen die Sieger der Nachbarkantone. So geht es weiter bis zum grossen Finale. Die Meisterschaft beginnt im Oktober 2005 und dauert bis Juni 2006. Das Finale wird vom Schweizer Fernsehen übertragen.
Auskunft und Anmeldung beim Organisator: Trumpf-As AG, Telefon 081 322 81 74 oder E-Mail info@trumpf-as.ch
Baltschieder / Leuk-Susten / Am 15. Juli gastiert das Schweizer Fernsehen SF DRS mit dem Donnschtig-Jass im Oberwallis. Die beliebte Jass-Sendung wird entweder aus Baltschieder oder Leuk-Susten übertragen.
Der Donnschtig-Jass mit Monika Fasnacht ist auch diesen Sommer an verschiedenen Orten in der Schweiz unterwegs. Dieses Jahr gastiert das Team des Schweizer Fernsehens wieder im Oberwallis. Ob der Donnschtig-Jass aus Baltschieder oder Leuk-Susten übertragen wird, wird am 8. Juli entschieden. In Kerns im Kanton Obwalden treten Jasser aus den beiden Gemeinden gegeneinander an.
Erich Bittel...
In der vergangenen Woche wurde in beiden Gemeinden ein Ausscheidungsturnier
veranstaltet, in dem die besten Jasser ausgemacht wurden, die am 8. Juli nach Kerns fahren
dürfen. In Baltschieder machte der kaufmännische Angestellte Erich Bittel (48) das
Rennen. Der vierfache Familienvater hatte nach 16 Runden nur 52 Differenzpunkte und
deklassierte damit das restliche Teilnehmerfeld. Natürlich war auch viel Glück
dabei, erklärt Bittel, der sich in seiner Freizeit neben dem Jassen auch seinen
Schafen widmet. Bis im Juli will Bittel immer wieder ein bisschen trainieren, um den
Donnschtig-Jass möglichst in seine Heimatgemeinde nach Baltschieder zu holen.
...und Damian Huber
Beim Ausscheidungsturnier in Leuk-Susten hatte Damian Huber (30) die Nase vorn. Mit 91
Differenzpunkten schaffte es der OS-Lehrer an den Fernseh-Jasstisch. Huber war von sich
selber am meisten überrascht. Ich jasse eigentlich nicht sehr viel. Darum war ich
schon ein bisschen baff, dass ich das Ausscheidungsturnier gewonnen habe, meint
Huber. Umso mehr freute er sich über seine Leistung. Mit einem guten Kartenblatt hofft er
in Kerns, die Gegner in Schach zu halten. Als Zweitplatzierte konnten sich Thomas Elmiger
für Susten und Renato Schmid für Baltschieder ebenfalls qualifizieren und kommen als
Telefonjasser zum Einsatz.
Miteinander statt gegeneinander
Schon im Vorfeld der Veranstaltung laufen die Arbeiten hinter den Kulissen auf
Hochtouren. Weil der definitive Zuschlag für die Fernseh-
übertragung erst eine Woche vor der Livesendung erfolgt, müssen schon möglichst viele
Sachen im Voraus erledigt werden. Auch wenn die beiden Gemeinden gegeneinander antreten,
so wird im Hintergrund eng zusammen gearbeitet. Wir unterstützen uns gegenseitig
und organisieren zusammen unter anderem auch die Carfahrt nach Kerns, bestätigt
Erwin Metry, OK-Präsident von Leuk-Susten. Daneben wird ein gemeinsamer Werbeprospekt
für den Donnschtig-Jass herausgegeben und auch die Beherbergung der Fernseh-Crew (40
Einzelzimmer) wird gemeinsam organisiert. Gegeneinander Jassen, aber zusammen
schaffen. So lautet unser Motto, bringt es Thomas Gischig vom Organisationskomitee
Baltschieder auf den Punkt. So will die unterlegene Jass-Gemeide am 15. Juli die
Kontrahenten lautstark unterstützen. Wer am Schluss die besseren Karten hat und den
Donnschtig-Jass beheimaten darf, wird sich am 8. Juli in Kerns weisen.
Ebnat-Kappel. Die Zwickmeisterschaft ist ein Ereignis, das durch seine originelle und zugleich unkonventionelle Art besticht. In einer gemütlichen Atmosphäre sollte diesem besonderen Jass-Spiel wieder gefrönt werden.
Viel Überzeugungskunst musste Toni Brunner, der die Zwickmeisterschaft leitete, nicht aufwenden, denn die letzte Meisterschaft im Restaurant Sonne Wintersberg, Ebnat-Kappel, war den einheimischen Zwickern in guter Erinnerung geblieben. So verwunderte es nicht, dass diesmal gleich zwölf Spieler mehr angemeldet waren als im Vorjahr. Im «Sonnen»-Saal musste für die insgesamt 96 Teilnehmenden enger gestuhlt werden, um jeweils vier Spielerinnen und Spieler an den 24 Jassteppichen zu versammeln.
Das Zwicken kennt man im Toggenburg schon lange. Grossmütter hätten schon davon erzählt und Zwicken nach Bendler Art mache man schon seit drei Jahrzehnten, weiss ein Alteingesessener zu berichten. Im Bendel werde oft gezwickt, zwar nicht an jedem Abend, aber dafür nach jeder Männerchorprobe sowie im Schützenhaus - und die SVP-Sektion Toggenburg zwickt natürlich. Wie der Ausdruck Zwicken aber zum dazugehörigen Jass kam, wusste niemand. Es könnte eine Art Zwitter-Jass sein, dazu kommt noch, dass dem Zwickmeister ein lebendiger Zwick überreicht wird, eine junge Ziege also. Die Organisatoren mussten aber zugeben, dass die Idee mit der Ziege als Hauptgewinn von ihnen stammt und wunderbar in den Rahmen der Veranstaltung eingepasst ist, ebenso wie auch der Trostpreis für den Letztplatzierten. Es handelt sich dabei um einen Sack Vogelfutter aus der Zwicki-Mühle. Vogelfutter deshalb, weil der Letztplatzierte am meisten Vögel eingefahren hat (ein Vogel sind fünf Strafpunkte). Man war also darauf bedacht, eine möglichst schlüssige Veranstaltung zu organisieren. Das Zwicken ist hierfür auch bestens geeignet, ist es doch ein friedliches und geselliges Spiel, weil jeder Spieler für sich jasst und nicht, wie zum Beispiel beim Schieber, dem Partner die Schuld am verlorenen Spiel geben kann.
Spätestens ab 13 Uhr mussten alle Zwicker im Restaurant sein und schon bald wurde gezwickt, als stünde man unter Strom. In einer Runde, Passe genannt, gibt jeder Spieler dreimal aus, dies ergibt zwölf Spiele. Ist die Passe beendet, werden die Spieler per Los neu an die 24 Jassteppiche verteilt. Dies geschah unter der Anleitung von Toni Brunner, der mit kräftiger Stimme Stühlerücken und Stimmengewirr übertönte. Auf sein Kommando begann die nächste Runde und die bunte Schar vertiefte sich wieder in die Karten mit den SVP-grünen Rücken. Von Vollbart, Schnauz, Sennenhemd und Sportjacke, Schminke bis zur Dächlikappe und rotem Halstuch war alles vorhanden, viel Jugend zeigte sich in den Reihen der Zwicker. Ausserkantonale Politprominenz war nicht so häufig wie im Vorjahr, dafür war Monika Lienert, Präsidentin der JSVP Schwyz, mit einer Delegation angereist.
Nachdem die vier Passen gespielt waren
und alle Zwicker ihr Standblatt abgegeben hatten, zog sich Toni Brunner ins
«Rechenzentrum» zurück, um die Datenflut auszuwerten und den Oberzwicker zu erküren.
Dies ist der beste Zwicker aus den vier Passen, er wird mit dem Oberzwickerhut
gekennzeichnet. Der Hut ist aber kein Garant für den Gewinn des Finals, wie sich noch
zeigen sollte. Während der Rechenpause wurde die Schar verpflegt und musikalisch
unterhalten, bis Toni Brunner die vier Finalisten verkündete. Es waren dies Bruno Gmür,
Ebnat-Kappel, als Oberzwicker, «Föchs» Menzi, Krummenau, sowie Ueli Brunner und Heinz
Wichser, Ebnat-Kappel. Schnell wurde ein Jassteppich für den Final vorbereitet, den Toni
Brunner lautstark und mit treffsicheren Sprüchen kommentierte. Am erfolgreichsten zwickte
Heinz Wichser, der als Zwickmeister den Hauptgewinn mitnehmen durfte. Doch auch die erste
Hälfte der Mitspieler ging nicht leer aus, diese konnten sich vom Gabentisch einen Preis
aussuchen. Leer ausgegangen ist aber sowieso niemand, die gesellige, volksnahe Atmosphäre
und die flinke Bedienung im Saal liessen keinerlei Trübsaal zu.
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